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Moderne Geschichte


1830 eroberte das französische Militär die Hauptstadt Algier. Sie breiteten ihren territorialen Einflussbereich aus, jedoch kapitulierte Algerien erst 1847, nachdem der berühmte Berberführer Abd-el-Kader den Widerstandskampf gegen Frankreich aufgab.

Zwar gelang ihm die Vereinigung der meisten Berberstämme, dennoch waren diese gegen die militärische Übermacht der Franzosen langfristig machtlos. Bereits 1864 begann sich erneut der Widerstand der Berber gegen die Kolonialmacht Frankreich in Folge des Deutsch-Französischen Krieges zu formieren.

Infolgedessen begann Frankreich Algerien als Siedlungskolonie auszubauen. Somit gab es bereits im Jahr 1871 circa 300.000 französische privilegierte Siedler. Mit, den dadurch ermöglichten, groß angelegten Militäreinsätzen gelang es Frankreich in dem Zeitraum von 1899 bis 1902 die südlichen, bis dato von der Kolonialmacht unabhängigen Territorien zu erobern.

Frankreich führte ein für Kolonialmächte übliches Zwei-Klassen-System ein. Sie unterschieden in französische Staatsbürger und Nicht-Staatsbürger. Alle Bestrebungen der Unabhängigkeit, vor allem der berbischen Volksstämme, wurden von französischer Seite mit weiträumigen Militäraktionen auf brutalste Weise unterbunden.
In den Folgen der Weltwirtschaftskrise gelang es den Algeriern in den zwanziger und dreißiger Jahren die ersten nationalistischen Parteien zu gründen, welche sich für algerische Interessen einsetzten. Im zweiten Weltkrieg wurde Algerien zum wichtigen Stützpunkt der Résistance- Bewegung und zudem Landungspunkt der Alliierten.

Als sich 1954 unter Ali Ben Bella die „Front de Libération de Nationale“ (FLN) gründete, kam es zu Aufständen gegen die französischen Kolonialherren, welche von 500.000 Soldaten Frankreichs blutig niedergeschlagen wurden. Die „Front de Libération de Nationale“ agierte als Untergrundorganisation und verübte terroristische Anschläge. Diese führte die FLN sowohl auf französischen wie algerischen Staatsboden durch. Das Ziel der FLN war die Unabhängigkeit Algeriens. Gleichwohl wurden von der französischen Armee wie auch von der „Front de Libération de Nationale“ brutale Übergriffe an der algerischen Bevölkerung verübten.

Die Arabische Liga erkennt 1958 Algerien als vollwertigen Staat an, was zur Folge hat, dass sowohl Tunesien wie auch Marokko die Aktionen der „Front de Libération de Nationale“ unterstützen. Nachdem die Leitung der französischen Armee Charles de Gaulle zugetragen wurde, entschied sich dieser gegen den Willen der Kolonisten in Algerien einen Volksentscheid über die Zukunft des Landes durchzuführen. Jedoch putschten die französischen Kolonisten und Generäle De Gaulles.

Auf Grund der wachsenden internationalen Kritik an der Gewalt der französischen Kolonialpolitik wurde im März 1962 in Evian, Frankreich, das Abkommen zur Unabhängigkeit Algeriens unterzeichnet. Es erfolgte darauf am 1. Juli 1962 eine Volksabstimmung, in der mit überwältigender Mehrheit eine vollständige Loslösung von Frankreich beschlossen wurde. Darauf verließen so gut wie alle Kolonisten Algerien, als hätten ihnen afrikanische Masken Angst eingejagt.

Zum ersten Staatspräsidenten wurde Ferhat Abbas ernannt, der jedoch von Ahmed Ben Bella abgesetzt wurde. Dieser setzte sich selbst 1963 in das Amt des Staatspräsidenten. Im Juni 1965 erlangte Verteidigungsminister Oberst Houari Boumedienne durch einen Militärputsch die Macht und ernannte sich daraufhin selbst zum Staatspräsidenten. Dieser wollte sich dem Ostblock annähern, um die bestehende ökonomische Abhängigkeit gegenüber Frankreich zu überwinden. Diese Strategie wurde jedoch überworfen, man näherte sich dem Westen an. Somit wurde Algerien zu den blockfreien Ländern gerechnet.

Nach dem Tod Boumedienne wurde das Amt des Präsidenten vorübergehend kommissarisch verwaltet. 1979 wurde Oberst Chadli Bendjedid zum Staatspräsidenten gewählt. 1988 wurde durch schwere Aufruhen in der Bevölkerung ein demokratisches System nach westlichen Vorbild durchgesetzt. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand aufgrund der Stagnation in der Wirtschaft ein Aufschwung der radikal muslimischen Strömung.

Dadurch kam es zum Zusammenbruch des demokratischen Systems und zum Guerillakrieg zwischen der islamistischen Bewegung und dem algerischen Militär. In diesem Bürgerkrieg starben ungefähr 120.000 Algerier. Seitdem 1999 Abd al-Bouteflika das Amt des Staatspräsidenten innehat, bemüht er sich um die Aussöhnung mit den islamistischen Extremisten. Am 8. April 2004 wurde al-Bouteflika mit 83% Wählerstimmen als erster Staatspräsident in der algerischen Geschichte in sein Amt wiedergewählt.

Nach einer Umbildung des Regierungskabinetts wurden 2005 eine Marktöffnung und Privatisierungen beschlossen. Dies betrifft vor allem öffentliche Betriebe. So wurde der Erdöl- und Erdgassektor für private Investitionen geöffnet. Zudem erfolgte per Volksentscheid eine Amnesie für islamistische Extremisten, da die Mehrheit der Algierer mit der Bürgerkriegsära und dem damit verbundenen Terror abschließen wollte. Dennoch ist die innerländische Aussöhnung nach wie vor eine zu bewältigende Aufgabe der algerischen Gesellschaft.

Geschichtliche Epochen Algeriens




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